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Auf eine Anfrage, ob die Piggenband im Ahrtal den dort lebenden Menschen und auch den vielen freiwilligen Helfern mit Musik eine Freude machen könnte, starteten wir aus Nordwalde am Samstagmorgen ins Ahrtal. Zuvor wurden Kontakte ins Ahrtal geknüpft und die wir machten einen Aufruf für Geldspenden, um Menschen der Flutkatastrophe in ihrer Not zu unterstützen. Die Musiker machten ihr Vorhaben publik, u.a. mit Hilfe von WhatsApp und facebook, und nach und nach kamen 5500 Euro Geldspenden zusammen. Außerdem gab es Spenden für Verpflegung, ein großes Werbeplakat mit der Aufschrift „ Piggenband on tour wir spenden für die Flutopfer und Helfer im Ahrtal“ und es gab Spenden für Diesel, da die wir einen Bus organisiert hatten, der zum quasi Wohnmobil umgebaut war, in dem die wir auch übernachten konnte. Zur Zeit sind im Ahrtal kaum Unterkünfte zu bekommen, da alles zerstört ist. Am Samstagmorgen spielte die wir zunächst eine Stunde am alten ZOB nähe des WochenmarktDer 2.Vorsitzende Christian Schmitz überreicht uns eine Spende von 1000€
es um weitere Spenden für die Flutopfer zu sammeln. Insgesamt kamen sage und schreibe 11.000 Euro für die Flutopfer zusammen. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön der Piggenband für die großzügigen Spenden. Im Ahrtal angekommen kam zunächst für alle ein beklemmendes Gefühl als man die Ausmaße der Zerstörungen sah. Es zeigten sich Bilder der totalen Zerstörung von Häusern und ganzer Landstriche. Durch die gewaltige Flut wurde die Flusssohle der Ahr ein Meter hoch mit Geröll zu-gespült mit der Folge, das bei kleinsten Regenmengen nun die Keller der Häuser wieder unter Wasser stehen. Es sind noch sehr viele Arbeiten zu stemmen. Da war da das wunderbare Bild den vielen, vielen freiwilligen Helfer, die tagelang, wochenlang, sogar monatelang mit anpacken bei den verschiedensten Arbeiten. Es sind Helferkamps eingerichtet, wo alle Arbeiten koordiniert werden, es gibt Shuttelbusse, die die Helfer vor Ort bringen und abends wieder ins Kamp zurückbringen. Es gibt Morgens und abends dort Verpflegung, es gibt dort Werkzeug und abends ein gemütliches Beisammensein, übernachtet wird in Wohnwagen oder Zelten. Container sind aufgestellt mit Toiletten und Duschen und es gab an diesem Samstagabend Musik der Piggenband. Es war ein Samstag mit einer Rekordsumme von Helfern, es waren 3700 Menschen vor Ort.

Am Tag spielten wir an verschiedenen Orten, wo Essensausgabe war für Anwohner die alles verloren haben und Helfer. Die Piggenband machte sich mit Hilfe von Ortskundigen auf die Suche nach besonders bedürftigen Menschen, die dringend Unterstützung brauchen. 11 Familien, z.B. Familien mit kleinen Kindern, die Haus und Einrichtung verloren haben und die nun für unbestimmte Zeit in Ferienwohnung untergekommen sind, oder eine Familie, die gerade 3 Wochen ein großes Hotel übernommen hatten und alles verloren haben, sie alle fanden Unterstützung mit Hilfe der Geldspenden und bekamen jeweils 1000 Euro. Jede Übergabe war sehr ergreifend, bei der die eine oder andere Träne kaum zu unterdrücken war.

Eine ganz wichtige Botschaft der Organisatoren war, dass die Menschen in der Region Ahrtal noch lange die Hilfe der freiwilligen Helfer benötigen und auch auf weitere Geldspenden angewiesen sind.
Für uns Musiker  war das Wochenende ein prägendes Erlebnis, zum einen welche Macht das Wasser hat,was diese Wassermassen alles zerstören können und zum anderen wie viele Menschen dort Menschen in Not helfen, bei den vielen schweren Arbeiten. Und wenn man mit diesen Helfern gesprochen hat, sagten viele, das sie eine unbeschreibliche Gemeinschaft dort erleben, egal wie körperlich schwer die anfallenden Arbeiten auch sind. Für uns gab es immer wieder tosenden Applaus und Lob und Anerkennung für die musikalischen Einlagen. In ganz kurzer Zeit kam eine Polonaise zustande, die diesen Zusammenhalt und die Gemeinschaft deutlich macht.
Die Piggenband hatte eigens das Lied „ Dat es Heimat“ um – getextet. Inhaltlich: Das Ahrtal ist Heimat für viele Menschen. Zunächst macht Corona allen das Leben schwer, dann trifft es einige besonders hart weil der kleine Flus Ahr über sich hinauswuchs und Menschenleben auslöschte und Wassermassen hoch wie eine Wand alles zerstörte, was im Wege stand. Verzweiflung, Sorge und Hoffnungslosigkeit macht sich bei den Menschen breit, denn es wird jetzt Winter und die Wohnungen sind kalt. Vieles ist gar nicht so schnell zu reparieren, es gibt kein Material und es fehlen Menschen, die es einbauen. Aber es gibt Menschen die helfen, freiwillig und die machen Mut, und da kann man nur dankbar sein. Das Lied endet mit der Botschaft, dass die Menschen im Ahrtal, ihrer Heimat bleiben sollen um, der Hilfe vieler Menschen diese Heimat neu gestalten. Die Piggenband wünscht sich, dass viele Musiker von dieser Aktion erfahren und ähnliches organisieren.